„Alle Uhren auf Anfang“ – auch das Straßenbahnprojekt in den Osten des Landkreises steht vor dem Aus

CDU in der Dadina arbeitet an Lösungsvorschlägen

Bereits vor drei Jahren hat die grün-schwarze Koalition in Darmstadt die geplante Nordostumgehung um Darmstadt gestoppt und abgeplant. Den Pendlern, die sich seit Jahren und Jahrzehnten im Stau vor den Toren Darmstadts auf der B 26 anstellen, wurde daraufhin eine bessere Anbindung durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) versprochen. Doch leider hat sich bis jetzt noch nichts entscheidend bewegt.

Der Idee, die Busverbindungen in den Osten des Landkreises auszubauen, und somit mehr Pendler zum Umstieg vom Auto auf den ÖPNV zu bewegen, wurde sehr schnell durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt ein Riegel vorgeschoben. Der Regierungspräsident hat die Aufsicht über den ÖPNV und festgestellt, dass schon heute viel zu viele Busse über den Luisenplatz und den benachbarten Willy-Brandt-Platz fahren. Deshalb muss die Darmstadt-Dieburger-Nahverkehrsorganisation (DADINA), die den ÖPNV im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt organisiert, sogar noch Busverkehre auf den genannten innerstädtischen Plätzen reduzieren anstatt zu erhöhen.

Also war schnell die bereits aus den 80er Jahren stammende Idee einer Straßenbahnverbindung in den Osten des Landkreises wiederbelebt. Die Straßenbahn sollte im Wesentlichen auf dem alten Gleiskörper der ehemals von Groß-Zimmern nach Darmstadt führenden Eisenbahn geführt werden. Auf dem Stadtgebiet in Darmstadt sollte die Straßenbahn dann auch gleich noch die Kapazitätsprobleme auf dem Weg von und zur Lichtwiese lösen. Man hätte auf diese Weise gleich zwei Probleme lösen können. Doch führten naturschutzrechtliche Vorgaben recht früh dazu, dass die Linienführung über die Lichtwiese nicht weiter verfolgt wurde. Übrig blieb die Variante von der Grünen Mitte in Groß-Zimmern über Gundernhausen/Stetteritz, an Roßdorf vorbei über den Ostbahnhof, vorbei am Woog, die Landgraf-Georg-Straße hinunter, am Schloss vorbei über den Luisenplatz zum Hauptbahnhof.
Für Vorprüfungen wurden bereits Mittel im sechsstelligen Bereich verausgabt, wobei das Ergebnis der Prüfungen jüngst der Presse zu entnehmen war. Aufgrund eines schlechten Nutzen-Kosten-Faktors wird sich das Land Hessen nicht an der Finanzierung des Projekts beteiligen. Da weder die Stadt Darmstadt noch der Landkreis Darmstadt-Dieburg sich eine Investitionssumme von rund 125 Millionen Euro ohne Zuschüsse leisten können, ist das Projekt damit erledigt. Daran wird auch der geplante Besuch der Verkehrsdezernenten aus Darmstadt und Darmstadt-Dieburg beim Hessischen Verkehrsminister nichts ändern. Alles andere wäre eine große Überraschung!

De facto steht man also wieder an der Stelle, wo man vor drei Jahren mit vielen Beteuerungen gestartet ist. Leider hat die rot-grüne Mehrheit in der DADINA-Verbandsversammlung den Antrag der CDU auf Prüfung von alternativen Verkehrssystemen wie der Stadt-Land-Bahn abgelehnt. Dann hätte man jetzt wenigstens noch eine Alternative, die man weiterverfolgen könnte. So haben die Pendler, die das Oberzentrum Darmstadt erst mit Leben erfüllen, drei weitere Jahre verloren!

Nicht zuletzt deshalb fordert der Infrastruktur- und Umweltarbeitskreis der CDU-Kreistagsfraktion  Darmstadt-Dieburg die politisch Verantwortlichen in Darmstadt und im Landratsamt auf, endlich ihrer Verantwortung für die Region, die sich aus dem Status des Oberzentrums für die Region ergibt, gerecht zu werden. Die CDU-Vertreter aus Kreis und Stadt in der DADINA arbeiten gemeinsam schon heute an kreativen Lösungsvorschlägen, die kurz-, mittel- und langfristig umsetzbar sind. Die Ergebnisse können schon bald der Presse entnommen werden. Bleibt nur zu hoffen, dass man ihnen diesmal auch eine Chance durch die politische Mehrheit gibt

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